Warum wir verlernt haben, Langeweile auszuhalten.

20.09.2025 | Allgemein, Heilsame Wege, Impulse für den Alltag

Kaum wird es still um dich, greifst du automatisch zum Handy.

Ein leerer Moment fühlt sich ungewohnt, manchmal sogar unangenehm an.

Wir haben verlernt, Langeweile einfach auszuhalten.

Doch warum eigentlich?


Dauerbeschäftigung statt Ruhe

Wir sind es gewohnt, jede freie Sekunde zu füllen: Scrollen, Nachrichten, Mails checken. Langeweile kommt kaum noch auf, weil Ablenkung immer nur einen Klick entfernt ist.

In unserer Gesellschaft gilt: Wer viel leistet, ist wertvoll. „Nichts tun“ wird schnell mit Faulheit verwechselt. Das macht es schwer, Leerlauf zu genießen.

Langeweile bringt uns in Kontakt mit uns selbst. Und manchmal mögen wir nicht, was dann hochkommt: Gefühle, Sorgen, alte Gedanken. Also halten wir uns lieber beschäftigt.

Vielleicht ist genau das einer der wichtigsten Gründe, warum wir uns so oft erschöpft und rastlos fühlen. Denn in den vielen Jahren Praxistätigkeit sind immer wieder die Patienten hängengeblieben, die ihr Gefühlschaos einfach mit anderem Chaos übertünchen.


Was dabei passiert

Aber was passiert dabei? Unser Kopf bleibt ständig im „On-Modus“. Pausen, in denen nichts passiert, sind fast verschwunden.

Dabei steckt gerade in der Langeweile so viel Gutes:

  • Sie öffnet Raum für neue Ideen.

  • Sie schenkt deinem Nervensystem echte Ruhe.

  • Sie verbindet dich wieder mit dir selbst.

Viele große Gedanken, kreative Lösungen und tiefe Erkenntnisse entstehen nicht im Stress, sondern im Stillstand.

Die meisten tollen Ideen kamen zum Beispiel mir mit meiner Seelenhündin Ronja in den Momenten, als wir zusammen am Rhein spazieren gingen. Wir waren zusammen ein so tolles Team: Sie durfte ihren Schnüffelspuren hinterherziehen und ich meinen Gedanken.

Und wenn sie fertig war und ich meine tollen Einfälle hatte, gab es eine Extrarunde Schwimmen und Spielen.


Kleine Impulse zum Ausprobieren

Der 5-Minuten-Leerlauf

Setz dich einfach für fünf Minuten ohne Handy, ohne Musik, ohne Ablenkung hin. Spür, was passiert. Am Anfang ungewohnt, später vielleicht befreiend, wenn du es aushältst.

Wartezeiten bewusst nutzen

Mache das irgendwann bewusst: Im Auto vor einem wichtigen Termin, in der Schlange beim Einkaufen, am Morgen beim Kaffee. Ohne Ablenkung. Lass die Langeweile einfach da sein.

Kreativität durch Nichtstun

Wahrscheinlich hast du schon bemerkt, dass Ideen oft beim Duschen, Spazieren oder im Bett kommen, so wie ich es mit meiner Ronja vorhin erklärt habe. Das passiert, weil dein Kopf dann endlich Leerlauf hat.

Gönn ihm mehr davon. Viel mehr. Du wirst staunen.


💛 Denn Lebensleicht heißt: einfach mal nichts tun

Die Langeweile ist kein Feind. Sie ist dein ganz eigenes Tor zu innerer Ruhe und Kreativität.

Wenn wir wieder lernen, sie auszuhalten, merken wir, dass sie uns guttut.

Vielleicht entdeckst du genau dort deine schönsten Gedanken.
Und wenn ja, lass es uns einfach wissen.